"Nach dem Spiel ist vor dem Spiel" lautet ein bekanntes Zitat von Sepp Herberger.

Abgewandelt auf meinen Beruf könnte man sagen: Nach dem Mord ist vor dem Mord. In dieser Rubrik erhalten sie einen Überblick darüber, was sie in der nächsten Zeit erwarten dürfen. Denn noch bevor der neue Roman, im jetzigen Fall  "Verdammt lang tot", in den Regalen der Buchhändler steht, stecke ich längst "knietief im nächsten Fall". Der Grund: Für den Autor ist mit dem letzten Satz, beziehungsweise mit dem Lektorat, die Arbeit am Werk beendet, während der Verlag sich um die Druckvorbereitung kümmert. Das dauert einige Monate, manchmal auch ein Jahr und länger. Zeit genug also, um in Ruhe einen um die Ecke zu bringen.

Natascha

Aktuell schreibe ich an einem Nachfolger von "Verdammt lang tot". Das Manuskript trägt den Arbeitstitel "Natascha". Welcher Titel aber letztendlich auf dem Cover stehen wird, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorhersehbar. Da lasse ich mich ebenso überraschen wie sie. Was aber schon sicher ist: Lukas Born bekommt erneut Unterstützung durch die Camper.

Ein Grund dafür, das Geschehen auf einem Campingplatz anzulegen, lag für mich darin begründet, immer wieder neue und zum Teil skurrile Charaktere einfügen zu können. Etwa Claudia, die jeden Morgen die Sonne aufgehen lässt oder Charlotte, die den Campern ganz andere Töne beibringt. Natürlich mischen auch wieder die alten Bekannten mit wie Jünter, Katja und Rosi oder Uwe. Apropos Uwe, für den Provinzjournalisten kommt es diesmal knüppeldick. Das trifft auch auf Lukas Born zu und zwar gleich in doppeltem Sinne. Aber dazu später mehr, ich muss jetzt wieder auf den Campingplatz ...

Eins noch, bevor ich das vergesse: Ich konnte es mal wieder nicht lassen und habe einen Auftragsmord angenommen. So nenne ich Kurzkrimis, mit denen ich zu Anthologien beitrage. Ich schreibe diese Geschichten gerne nach einem Roman, um den Kopf für den Nächsten frei zu bekommen. Kurzkrimis sind ein durchaus anspruchsvolles Trainingsprogramm für Autoren. Zum einen stehen nur ein Dutzend oder wenig mehr Buchseiten zur Verfügung, was vor allem Figurenzeichnung und Plotentwicklung erschwert, und zum anderen ist das Thema vorgegeben. Im aktuellen Fall wurde ich von meiner geschätzten Kollegin Ingrid Schmitz angefragt, an einer "Trödel-Anthologie" mitzuwirken, die im kommenden Frühjahr im KBV-Verlag erscheinen wird. Ein Satz in der Ausschreibung hat mich allerdings irritiert: "Es muss nicht zwangsläufig um Mord gehen". Hm ... doch, muss es.

 

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